Archiv für die Kategorie „Kanada“

Bilder

Bevor ich hier am Freitag ausziehe, kommen hier jetzt mal noch ein paar Bilder.
Zunächst mal von der Lodge:

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Über das Wetter und den Schnee:
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Und die Berge:
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Und den Spaßteil 😉
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Und die Backkünste zusammen mit dem Geburtstagskuchen für Lars:

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Arbeit als Schreinerhelfer und Jobsuche

Wir sind jetzt schon eine ganze Weile hier und ich hab viel zu erzählen, deswegen musste ich jetzt mal meine Motivation wieder finden und einen neuen Eintrag schreiben.

In den letzten zwei Wochen haben wir endlich mit der Renovation des Haues angefangen und das hat echt Spaß gemacht. Das Haus war, bevor wir angefangen haben noch in einem ziemlich rohen Zustand. Das heißt, dass nicht nur, dass nichts gestrichen war, sondern auch das noch nicht einmal die Wände fertig waren. Hier ein paar Bilder dazu:
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Wir haben also unsere Zeit damit verbracht, die Böden festzuschrauben und erst einmal eine ordentliche Treppe zubauen. Das letztere hat hauptsächlich Ajax, ein Schreiner hier aus der Gegend, übernommen. Er hat uns sozusagen genau gezeigt was wir wie machen sollen. Nach dem die Treppe dann fertig gestellt war, haben wir angefangen neue Wände zu ziehen, was sich als spannend herraus gestellt hat, da das gesamte Haus alles andere als eben gebaut ist, und wir nach jedem einzelnen Balken neu messen mussten.
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An sich hat das gesamte Projekt wie gesagt Spaß gemacht. Das dumme ist nur, dass wir von Anfang an einen klaren Plan machen wollten, um effektiv arbeiten zu können, der aber leider nie zustande gekommen ist, da Ryan nicht so organisiert ist und an allen Ecken versucht Geld einzusparen. Man müsste zum Beispiel den Ofen austauschen und das Dach neu machen, wozu er sich bis jetzt aber nicht bereit erklärt hat.
Letztes Wochenende haben wir dann endlich mal mit Ryan über unsere Bezahlung gesprochen, was aber leider nicht so wie verhofft gelaufen ist, weshalb wir am 22. Nach Whitehorse umziehen werden. Demnach ging letzten Dienstag die Jobsuche wieder los. Charlie hat schon einen Job in einem Snowboardladen und Lars und ich haben den Vollzeitjob der Arbeitssuche. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir irgendetwas finden werden.

Ein Tag am Meer

Wir haben vorgestern spontan beschlossen, in den Süden ans Meer zu fahren, und zwar nach Haines in Alaska. Folglich sind wir gestern Morgen früh los. Die Idee war, dass wir dahin fahren, um die Landschaft und besonders die Adler zu sehen, die um diese Zeit in Haines nach den letzten Lachsen jagen. Allerdings hat es schon kurz nachdem wir losgefahren sind angefangen, zu schneien, was dann auch bis abends anhielt. Die Hinfahrt wurde dementsprechend zu einer Schlitterpartie und wir kamen langsamer voran als erwartet.
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Nach ein paar Stunden waren wir dann aber endlich an der Grenze zu den USA und vor uns war tatsächlich nur ein einziges Auto. Charlie und Lars haben beide noch ihr Touristenvisum von ihrer Fahrt nach Seattle. Ich musste aber noch mit rein kommen und ein Formular ausfüllen, das besagt, dass ich keinen Terroranschlag ausüben werde, keine ansteckenden Krankheiten habe und mich an noch keinem Kind vergangen habe… Danach wurden noch meine Fingerabdrücke gespeichert und ein Foto gemacht. Trotz aller Erfahrungen, die wir drei mit den USA haben, waren die Beamten an der Grenze zur USA erstaunlich freundlich und ich habe mal wieder gemerkt, wie schön es hier im Norden ist!
Auf dem restlichen Weg nach Haines haben wir aber endlich unser erstes Tagesziel erreicht und konnten endlich Adler sehen.
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Von der Landschaft war leider nicht viel zu sehen, dafür habe ich aber das erste Mal Schnee am Meer gesehen.

Um die uns verbliebene Zeit sinnvoll zu nutzen, sind wir dann noch ein bisschen durch das Dorf gebummelt. Für die Verhältnisse hier ist Haines zwar groß, hat aber trotzdem nur 1300 Einwohner, weshalb es für mich definitiv noch als Dorf durch geht.
Der erste Laden, in dem wir waren, ist ein Geschäft in dem allerhand Dinge verkauft werden, die von den Einwohnern selbst hergestellt werden. Ich hätte mich Stunden in dem Laden aufhalten können, da ich immer mehr Sachen entdeckt habe, die mir gut gefallen. Am Schluss habe ich mich aber damit begnügt, mir einen Pinn und einen Patch zu kaufen. Dann sind wir noch ein bisschen weiter gezogen, haben nach Schuhen gesucht, sind aber nur mit warmen Socken nachhause gefahren. Die warmen Socken sind dafür aber super flauschig und super warm.
Der Rückweg war zwar noch verschneiter als der Hinweg, dafür aber nicht mehr so glatt, weshalb wir abgesehen von der Grenze gut durch gekommen sind. An der Grenze haben wir aber dann über eine Stunde gewartet, bis wir endlich durch waren, da vor uns so viele andere Autos waren.
Zuhause angekommen mussten wir dann aber feststellen, dass wir zwar den ganzen Tag im Schnee waren, Zuhause aber immer noch keiner liegt…

Die ersten Tage im Yukon

In meinem letzten Eintrag habe ich erzählt, wie wir hier hingekommen sind. Jetzt werde ich „kurz“ zusammenfassen, wie die ersten paar Tage im Yukon Territorium verlaufen sind. Also an sich trifft das Motto, das wir von unserem Gastgeber Ryan gleich am ersten Tag gesagt bekommen haben, perfekt. Er meinte nämlich, dass wir jetzt erst mal relaxen sollen und es genießen sollen, dass wir da sind, da wir ja den ganzen Weg bis hier hin gefahren sind.
Dem entsprechend lief auch das erste Wochenende und die erste Woche ab, in der wir hauptsächlich entspannt, mit den Hunden gespielt und Gegend erkundet haben. Zu dem Entspannen brauche ich wohl nicht viel hinzuzufügen ;), aber zu den Hunden und der Gegend, muss ich auf jeden Fall ein paar Sätze loswerden.
Zunächst zu den Hunden: Ryan lebt hier mit drei Hunden, Luna und Vancouver, Alaska Malamutes

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und Kluane, einem Beagle Welpen.

Luna und Vancouver sind Schlittenhunde und dem entsprechend normaler weise draußen in ihren Käfigen. Mit den zwei zu spielen macht aber echt Spaß, da sie gut hören und einfach süß sind.
Im Vergleich zu den Beiden ist Kluane echt anstrengend, ständig auf Aufmerksamkeit aus und immer am durch die Gegend wuseln.

Und nun zum Wetter (und der Gegend 😉 ), das einfach nur unglaublich ist. Am Anfang war das Wetter noch schön warm, so um die null Grad, allerdings ohne Schnee. In der letzten Woche ging die Temperatur dann aber runter bis auf -35°C… Was einen Temperaturunterschied von gestern auf heute von 39° zur Folge hat und dafür sorgt, dass ich mir heute fast wie im Sommer vorgekommen bin…
Aber eigentlich wollte ich ja die Gegend beschreiben… Also, wir sind am Kluane Nationalpark, in dem die größten und höchsten Berge Kanadas sind und haben einen Gletscherblick von unserem Wohnzimmerfenster aus. Ich bin bis jetzt leider noch nicht zum Bilder machen gekommen, was ich aber in den nächsten Tagen nachholen werde und dann dem entsprechend auch hochlanden werde. Hier aber schon mal ein kleiner Vorgeschmack 😉 :
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Letzen Sonntag sind wir dann von Darren zum BBQ eingeladen worden.
-An dieser Stelle eine kurze Geschichte zur unglaublichen Freundlichkeit der Kanadier: Wir wollten ja am Anfang im Yukon WWOOFen, weshalb wir Darren angeschrieben haben, der hier in der Gegend eine Farm besitzt. Darren hat aber schon zwei WWOOFer dagehabt und hat deshalb keinen Platz, er hat aber gemeint, dass wir mal bei Ryan anrufen sollen, da dieser den Nacken gebrochen habe und Hilfe mit diverser Arbeit gebrauchen könnte, was wir dann auch getan haben und weshalb wir hier geendet sind. –
Wir sind also losgefahren um uns mit Darren zutreffen. Wie man sich ein BBQ vorstellt, haben wir damit gerechnet, dass es drinnen stattfindet, haben uns aber trotzdem unsere richtig warmen Jacken eingepackt, man weiß ja nie was hier so passiert. Bei Darren angekommen, haben sich Darren und dessen Tochter Jasper und Freund gerade startklar gemacht um eine Runde Hockey zu spielen und sind einfach davon ausgegangen, dass wir mitkommen, (nur um es kurz erwähnt zu haben… Ich bin noch nie Schlittschuh gelaufen und bin in dem Moment leicht nervös geworden, da ich nicht so wirklich wusste, was mich jetzt erwartet.) was wir dann auch gemacht haben und es hat echt viel Spaß gemacht! Das BBQ war natürlich trotz -30°C nicht drinnen, sondern in einem Tipi, was aber mit dem Lagerfeuer in der Mitte echt ein schönes, wenn auch leicht kühles Erlebnis war. Besonders da wir eine lustige Gruppe waren, Franzosen, Belgier, Schweizer, Deutsche, Québécois und das mitten im Yukon. Wir hatten an dem Abend natürlich keine Kamera dabei, aber die Bilder hier sind von Darrens Homepage und spiegeln den Abend ganz gut wieder:

Mein letzter Teil des heutigen Blogeintrags geht mal über was ganz anderes, wir waren gestern Abend nämlich auf einem Konzert, auf einem Hauskonzert mit zwei echt guten Musikern, die Blues und Country gespielt haben. Auch wenn ich am Anfang vielleicht ein bisschen skeptisch war, was die Musikrichtung angeht, hat es mir wirklich gut gefallen. Besonders schön fand ich es, dass viele von Ryans Nachbarn da waren und ich mein Englisch mal wieder ein bisschen auf die Probe stellen konnte.

Von BC nach Yukon

Hey Leute,

mein letzter Post ist schon eine ganze Weile her, was zum einem an chronischer Unlust und zum anderen an dem Hund, der mein Ladekabel zerkaut hat, liegt.  Aber ich habe es jetzt tatsächlich geschafft mich zu motivieren, und mir den Laptop von Lars zu krallen und los zu schreiben.
Ich bin in zwischen in Haines Junction, Yukon Territories, wo ich zusammen mit Charlie und Lars von Prince George, beziehungsweise Longworth, aus innerhalb von zwei Tagen hin gefahren bin. Was jetzt aber schon zwei Wochen her ist. Aber ich muss ja irgendwo anfangen:

Wir sind morgens mit dem ersten Sonnenschein losgefahren und haben uns kaum waren wir in der Einfahrt erst mal auf dem neuen Schnee gedreht. An sich war die Fahrt des ersten Tages nicht wirklich ereignisreich. Die ersten zehn Stunden ist Lars durch gefahren und wir wollten so weit fahren wie möglich. Also bin ich danach noch weiter gefahren. Nach ungefähr vier weiteren Stunden Fahrt, merke ich dass ich langsam müde werde und registriere leider nicht mehr richtig, dass es immer glatter wird. Das Ergebnis war, dass wir uns eine Runde gedreht haben, was aber Gottseidank gut ausging, da weit und breit keiner war und wir kurz vor dem Seitenstreifen ausgeschlittert waren. Die letzten zwei Stunden Fahrt wurden daraufhin noch langsamer angegangen, bis wir schließlich in Dease Lake sind. Dort haben wir uns ein Hostel gesucht. Der Harken an dem Hostel war, dass es schon kurz vor Mitternacht war und dass wir nur eins gefunden hatten, das noch offen hatte und der Preis für EINE Nacht betrug 120$ und der Type an der Rezeption achtete wirklich darauf, dass das nur ein Einzelzimmer ist und Lars, der vorne eingecheckt ist, alleine aufs Zimmer geht, weshalb ich mich reinschleichen musste.
Am nächsten Tag ging es dann mit der Reise weiter über Whitehorse nach Haines Junction, wo wir ganz planmäßig donnerstags nach insgesamt 28 Stunden Fahrt und 1887 km ankamen. Landschaftlich ist die gesamte Strecke einfach nur ein unglaublich und man kann stundenlang fahren, ohne ein anderes Auto zu sehen. Hier ein paar Bilder:



Unser Rekord liegt bei über vier Stunden. Am zweiten Tag haben wir dann auch das „Yukonspiel“ eingeführt. Man schätzt einfach die Kilometer, die man fährt, bis man wieder auf ein Auto trifft. Das doofe an dem Spiel ist, dass man zwar richtig gelegen haben kann, aber einem trotzdem langweilig wird, da man 40km oder so geschätzt hat…
Also zurück zum geschehen. Wir kommen wie gesagt planmäßig an und werden von Ryan begrüßt, der total verwundert ist, dass wir tatsächlich so pünktlich sind, womit er nämlich nicht gerechnet hat und sind einfach nur froh, angekommen zu sein und fallen ins Bett.

Longworth Lookout

Samstag 02.11. :

Nachdem ich ausgeschlafen habe und gefrühstückt habe, packen wir unsere Sachen und planen noch die letzten Dinge für unseren Hike hoch auf den Longworth Lookout.
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Die Strecke soll angeblich ein bisschen mehr als sechs Kilometer und tausend Höhenmeter sein. Geplant haben wir zwischen zwei und drei Stunden, was im Nachhinein betrachtet schon ein wenig naiv ist. Schwer bepackt geht es dann um kurz nach zwölf los. Am Anfang ist es einfach nur ein geiler Hike, je höher wir kommen, desto schwerer wird es aber und desto mehr Schnee bedeckt den Boden.
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Auf dem Grat angekommen sind wir schon in 40-50 Zentimeter Schnee, können jedoch weder unser Ziel sehen noch die Markierungen, die uns unseren bisherigen Weg gewiesen haben. Also geht’s auf gut Glück zwischen den ganzen Bäumen in die Richtung der Hütte. Nach ungefähr dreißig Minuten können wir die Hütte sehen und nach weiteren zwanzig Minuten sind wir am Fuß der Kuppel auf der die Hütte ist und wir machen uns an den letzten Anstieg, der sich als wesentlich schwerer als erwartet darstellt, da der Schnee durch den Wind schon fest ist und der Wind unermüdlich über uns hinwegzieht.
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Als wir dann endlich nach etwa viereinhalb Stunden Wandern in der Hütte sind, sind wir alle echt fertig. Die Hütte ist, wenn man bedenkt, dass sie etwa 70 Jahre alt ist, in einem guten Zustand.
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Ein paar Fenster sind verbarrikadiert und die Tür schließt nicht mehr richtig, wodurch es in dem Hauptraum ziemlich zieht. Abgesehen von dem Hauptraum, in dem ein Tisch, ein Ofen, ein Herd und ein paar Schränke und Stühle sind, gibt es noch zwei kleinere Räume, von denen einer vollgestellt ist und der andere eine Art Bett aus einem Brett hat.
Während ich mich raus in die Kälte auf die Suche nach Holz begeben habe, machen Charlie und Lars den Ofen schon mal mit dem trockenen Holz, das wir mitgebracht haben, an. Nach ungefähr zwanzig Minuten ist mir wieder warm und ich habe genug Holz gefunden und klein gemacht. Dadurch, dass das Feuer schon brennt, kann ich mich aufwärmen und meine nassen Kleider über den Ofen hängen. Das der Herd nicht funktioniert ist nicht weiter schlimm, da wir Guacamoule und Brot als Abendessen dabei haben. Nach dem, wenn auch spärlichen, Essen ziehen wir uns wieder warm an und genießen den unglaublich schönen Sonnenuntergang.
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Sonntag 03.11. :

Es ist halb zwei Morgens. Ich liege da in Socken, Boxershorts, T-Shirt, Fleecepullover, Halstuch und Mütze in meinem Schlafsack, der in einem isolierenden Überzug ist und ich kann nicht mehr wirklich schlafen, da mir kalt ist und ich kuschle mich an näher an die anderen. Immer wieder schlafe ich ein und wache wieder auf, bis schließlich der Wecker um sechs Uhr morgens klingelt. Den Wecker haben wir gestellt, damit wir den Sonnenaufgang nicht verpassen und draußen ist es wie erwartet noch stock finster. Nach einigem Drehen und Wenden stehe ich dann doch auf und nehme mir meine Hose von dem Ofen, die ich abends da gelassen hatte, da die Beine noch gefroren waren. Dann wird der Ofen wieder angemacht und das Holz, das noch zu groß ist, als dass es in den Ofen passt, verkleinert. Den Sonnenaufgang sehen wir leiden nicht wirklich, da es zu bewölkt ist.
Beim Packen fällt mir der Grund meines Frierens der Nacht auf. Zwischen meinem Schlafsack und der Isolationsfolie ist ungefähr ein halber Zentimeter Eis… Gegen Zehn Uhr haben wir gepackt und gegessen und machen uns an den Abstieg. Als erstes fällt auf, dass sich der Wind gelegt hat, wodurch uns der Abstieg um ein vielfaches leichter fällt, als der Aufstieg. Wir gehen dieses Mal direkt in Richtung des Weges, beschließen dann aber es einfach mal querfeldein zu versuchen. Am Anfang macht das echt richtig Spaß, als wir dann aber innerhalb von zwei Minuten auf die dritten Bärenspuren treffen, werden wir langsam nervös und beschleunigen das Tempo. Zurück auf dem Weg angekommen sind wir erleichtert und genießen die letzten drei Bier, die wir noch vom Abend davor übrig haben, da sie gefroren waren.

Der Rest des Abstiegs verläuft ohne weitere Probleme und ist einfach schön.

 

Banff, Icefieldparkway und Longworth

Hey Leute,
ich habe endlich wieder Internet, das nicht nur angeblich da ist 😉 Und daher kommt jetzt der erste Teil der letzten Wochen:

Samstag 26.10. :

Nachdem wir die super bequemen Betten genossen haben, und es dann auch geschafft haben pünktlich aus dem Hotel auszuchecken, treffen wir uns mit Kevin und Johannes, die ich schon aus Vancouver kenne. Mit den beiden machen wir uns dann hoch auf einen Berg, der ziemlich in der Mitte von Banff ist, und von dem aus man die ganze Gegend überblicken kann.
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Oben angekommen müssen wir aber schon bald wieder runter, da Kevin den Greyhound Bus bekommen muss und wir beschließen uns das Dorf ein bisschen genauer anzuschauen und ein bisschen zu bummeln. Unsere besonderen Funde: einen weiteren Sticker fürs Auto und Schlafsacküberzüge, die unsere Schlafsäcke sozusagen nach außen hin isolieren und grob gesagt nochmal 10° mehr zu der jeweiligen Komfortzone hinzugeben. Da es natürlich gilt das gleich auszuprobieren, Zelten wir abends auf dem Campingplatz Tunnelmountain II. Zu der gemütlichen Runde am Feuer stoßen noch Johannes und Jill dazu.

Sonntag 27.10. :

Über Nacht hat es geschneit und wir müssen unser Zelt im Schnee abbauen. Dann werden schnell die Finanzen geregelt und es geht weiter den Icefield Parkway entlang nach Jasper und von dort aus nach Prince George/Longworth. Landschaftlich ist die gesamte Strecke einfach nur ein Hammer! Hier ein paar Bilder dazu 😉 :
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Als wir abends schließlich in Richtung Longworth abbiegen, finden wir uns irgendwo im Nirgendwo wieder, da auf dem Weg keine normale Tankstelle oder ein „richtiges“ Dorf ist. Eineinhalb Stunden folgen wir der Straße, bis wir endlich bei Gundula ankommen.
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Es ist inzwischen halb neun. Zunächst lernen wir die anderen WWOOFer Janina und Tim, sowie Gundula und ihre Tochter Fiona kennen. Dann essen wir noch schnell ein paar Nudeln, erzählen und gehen in die für uns bereit gestellten Betten.

Montag 27.10. :

Der Tag beginnt um halb neun mit einem ausgiebigen Frühstück, bei dem ich auch Gundulas Freund Robin kennen lerne, welcher der Anstoß ist, dass wir alle plötzlich Englisch reden. Denn abgesehen von ihm sind alle Deutsch oder reden zumindest fließend Deutsch.
Nach dem Frühstück gehen wir alle zusammen zum Postoffice, welches eines der kleinsten der Welt ist, und für uns nicht genug Platz hat. Zurück auf der Farm wird uns erst mal das Gelände gezeigt. Damit verbunden ist auch, dass wir die Arbeit für diesen Tag gezeigt bekommen. Wir sollen gefällte Bäume auf einen Haufen schichten, sodass diese verbrannt werden können – keine so schöne Arbeit, aber definitiv auch nicht die schlimmste! – Das Ganze hat im Endeffekt den Vormittag gedauert und wir wurden zum Essen gerufen und waren noch nicht fertig. Es hat aber echt Spaß gemacht, da wir, Charlie, Lars und ich, viel rumgealbert haben.
Das Essen, das aus einem Hauptgericht und Eis als Nachspeise besteht, schmeckt super und ich merke, wie ich mich richtig darüber freue mehr als nur Dosenessen oder Brot zu essen. Nach dem Essen machen wir eine Pause und dann geht’s los zu unserer Wochenaufgabe, Bohlen transportieren. Die Jungs die vor uns auf der Farm waren haben nämlich damit begonnen einen zweiten Weg zur Farm zu bauen, der im Frühjahr nicht so leicht vom Hochwasser ausgespült werden kann. Dieser Weg soll aus unbenutzten Bohlen der Bahn gebaut werden, die wir dann abholen und platzieren müssen. Nach dem Abendessen, das genauso lecker ist, wie das Mittagessen, darf ich Fiona vorlesen, was bei ihr eine Art Ritual vor dem Einschlafen ist. Danach geht es dann relativ schnell ins Bett.

Die Ersten Tage

Mittwoch:

Der Wecker klingelt um 5.00. Lars und ich sind allerdings schon seit etwa einer Stunde wach, da wir am Abend davor so früh schlafen waren und so langsam ein bisschen aufgeregt sind. Also die Dachtasche nochmal rauf, alles festzurren und los geht’s! Das Auto sieht ziemlich vollgepackt aus und wir sind im Nachhinein dann doch froh, dass wir nur zu dritt unterwegs sind.
Nach etwa 400 Kilometern, stellen wir dann fest, dass die Batterie, weshalb auch immer, nicht mehr richtig lädt, und wir hoffen einfach darauf, dass es ein Wackler oder einfach nur der Motor ist, der von dem ganzen rauf und runter zu heiß geworden ist. (Ja ich weiß im Nachhinein auch, dass das keinen Sinn ergibt…) Folglich fahren wir vom Highway ab und schauen uns den Motor an. Dumm nur, dass keiner von uns genug Ahnung hat, um wirklich zu sagen was jetzt nicht stimmt. Aus puren Optimismus heraus fahren wir wieder los, nur um festzustellen, dass die Batterie jetzt ganz leer ist. Zum Glück sind wir noch nicht auf dem Highway.  Wieder Motorhaube auf, und überlegt woran es liegt, allerdings waren die Vermutungen sehr vage, drehten sich aber tatsächlich alle um die Lichtmaschine. An dieser Stelle haben wir einfach nur Glück im Unglück, da jemand vorbeifährt und uns winken sieht und dann tatsächlich auch umdreht. Er versucht durch Überbrückung das Problem zu lösen, was allerdings nicht wirklich was bringt, da es wirklich die Lichtmaschine war, wie sich später herausstellte. Dafür bietet er uns an, einen von uns mit an die nächste Tankstelle zu nehmen und von dort aus einen Abschleppdienst zu rufen. Lars steigt ein und sie fahren los. Zurückgeblieben sind Charlie und ich, und wir überlegen, was wir denn jetzt die nächsten Stunden tun können, bis der Abschleppdienst da ist. Als erstes werden die Campingstühle ausgepackt und ein Kakao gekocht.
Das dauert allerdings, obwohl wir uns echt Zeit lassen nur etwa 30 Minuten und wir beschließen die Gegend mal zu erkunden.

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Etwa 150 Meter Luftlinie entfernt von unserem Auto finden wir dann einen riesigen See, mit dem wir beide überhaupt nicht gerechnet haben und sind total begeistert, wie schön es ist.
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Bei dem Versuch in der Sonne an diesem See zu relaxen, schaffe ich es allerdings überhaupt nicht zu entspannen, da die ganze Sache mit dem Auto echt an mir nagt, und wir gehen zurück.
Bald darauf war Lars dann mit dem Abschleppdienst da.
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Der uns dann etwa 50 Kilometern weiter nach Kamloops zu einer Autowerkstatt fährt. Die Stimmung hält sich echt in Grenzen, auch als der Chef der Werkstatt uns mitteilt, dass das alles ohne Probleme gehen müsste und sie unsere Abblendlichter noch mit reparieren würden, wird sie nicht besser sondern wir werden eher skeptisch.
(An dieser Stelle muss man erwähnen, dass wir einen GMC Envoy 1999 haben, in den so genannte HID-Lampen eingebaut sind, das ist sozusagen der Nachfolger der einfachen Halogenlampen, der es allerdings nie geschafft hat sich durchzusetzen – er wurde genau in zwei Jahrgängen benutzt – da man hier nicht einfach nur die Lampe austauschen kann, sondern auch immer den Adapter mit erneuern, was dann einfach mal so pro Lampe 800$+ kostet…)
Die Lichtmaschine ist dann natürlich trotzdem schnell repariert und von uns allen fällt ein Stein vom Herzen. Die Lampen stellen jedoch, wie erwartet, ein größeres Problem dar. Es gibt zwar die Möglichkeit, einfach zwei neue zu bestellen, dass würde dann aber wie gesagt teuer werden und zehn Tage dauern. Dass die Mechaniker alle sehr pragmatisch sind, ist uns schon aufgefallen, als sie dann aber die umliegenden Autofriedhöfe nach passenden Lampen durchsuchen, bin ich trotzdem überrascht. Nach insgesamt 3,5 Stunden ist dann tatsächlich alles geflickt, die Lampen sehen zwar nicht mehr 100% gleich aus, was uns allerdings nicht stört. Im Gegenteil wir sind echt froh, dass die Lampen endlich mal funktionieren. Was auch ab jetzt mehr als erforderlich ist, da in Kamloops so dichter Nebel ist, dass man nicht viel sehen kann…
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Der weitere Plan war, einfach solange zufahren, bis es dunkel wird, und uns dann einen Campingplatz suchen. Was nicht wirklich einfach ist, wenn jeder Campingplatz zu ist… Da es inzwischen jedoch echt spät und schon über eine Stunde dunkel ist, beschließen wir, einfach auf einem Geschlossenen zu campen. Die nächste Ausfahrt Richtung Camping wird also genommen und ab da beginnt das Abenteuer! Zunächst die Fahrt den Berg hinab durch den Nebel ins Nirgendwo, dann immer wieder Schilder die sagen: „You´re almost there“ (=Ihr/Du bist fast da) oder „It´s the destination“ (=Es ist die Richtung), die alles in allem nicht wirklich Vertrauenerweckend sind. Nach fünf Kilometern und einem Haufen solcher Schilder kommen wir endlich an. Der Nebel hängt tief und wir können nicht weit sehen, erkennen jedoch ein Haus, dass durch ein Stahlseil von dem Weg abgetrennt ist. Als wir die Taschenlampen auspacken, um uns das näher anzusehen, stellen wir fest, dass die Fenster und Türen zugenagelt sind und beschließen jetzt einfach auf einem freien Platz, der nicht wirklich schwer zu finden ist, da der Platz ja geschlossen ist, zu campen. Das Zelt steht recht schnell und wir setzten uns noch ein wenig zusammen um ein Bier zu trinken und den traumhaften Sternenhimmel, den man trotz des Nebels sehen kann, anzuschauen.
In der Nacht werde ich dann plötzlich wach und stelle fest, dass es richtig kalt geworden ist, suche mir noch eine weitere Decke zu meinem Schlafsack, die allerdings nicht wirklich reicht, dass mir richtig warm wird.

Donnerstag:
Am Nächsten Morgen wachen wir alle früh auf, da wir nicht wirklich schlafen konnten, wegen der enormen Kälte. Als erstes sind wir die Gegend erkunden, die noch nicht mal halb so gruselig aussieht wie am Abend davor, im Gegenteil wir haben an einem riesigen sehr schönen See gecampt, ohne es zu wissen. Der See, der übrigens Kinbasket Lake heißt,
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wird auch der Grund für die Kälte sein, wird uns in diesem Moment bewusst und wir machen uns auf um zu frühstücken und einen warmen Kakao zu trinken, wonach dann schnell wieder das Zelt abgebaut wird und weiter geht die Reise. Jedoch nicht, ohne dass wir uns wieder Sorgen machen müssen wegen des Autos… Die Zündung funktioniert nicht mehr beim ersten Versuch… Naja hoffentlich ist es nur die Zündkerze.
Die heutige Fahrt verlief auf jeden Fall ruhig und gemütlich mit einem wunderschönen Blick auf die Rockies.
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Gegen halb eins sind wir in Lake Louise
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und erkundigen uns, wo wir campen können, da keiner von uns Lust hat, wieder im Dunklen aufzubauen. Wir beschließen Backcountry Campen zu gehen, packen unsere Sachen und starten gegen halb vier, voll bepackt und top motiviert.
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Der Wanderweg ist auch wieder echt schön, führt an dem Johnston Creek entlang und immer wieder kommen uns Menschen entgegen.
Als wir nach etwa 5,1 Kilometer an den „Inkpots“ sind, sind wir das erste Mal wieder auf einer mehr oder weniger offenen Fläche und sehen Schnee auf der anderen Seite und Eis auf dem Wasser.
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Plötzlich wird uns bewusst, dass die Nacht sehr wahrscheinlich noch kälter wird, als die Nacht davor. Es geht noch etwa 3 Kilometer weiter, bis wir dann endlich den Campingplatz erreichen. Es ist schon fast dunkel und wir beeilen uns damit das Zelt aufzubauen und Feuerholz zu suchen. Das Erste ist schnell getan, das Zweite stellt sich als Herausforderung dar, da es ziemlich feucht ist und wir einfach kein wirklich trockenes Holz finden können, besonders da es inzwischen dunkel geworden ist.
Der Campingplatz besteht übrigens aus zehn Plätzen  für Zelte, einem Plumpsklo und ein paar Feuerstellen, die jeweils noch Stahlseile haben, damit man Essen und Müll hochziehen kann, damit die Bären nicht dran kommen können.
Abends wird es schnell kalt, besonders da es uns einfach nicht gelingen will, ein Feuer anzuzünden, und wir gehen früh schlafen. Eingepackt bis oben hin, also in zwei paar Strümpfen, Boxershorts, einem T-Shirt, einem Fleecepulli, einer Mütze und einer Decke liege ich in meinem Schlafsack und mir wird dann auch endlich warm und kann schlafen.

Freitag:

Wieder um neun Uhr wach, machen wir uns, wie anscheinend schon Tradition geworden, einen Kakao, jedoch will das Wasser nicht richtig warm werden, da die Gaskartusche fast leer ist. Die Marmelade für unser Brot ist gefroren und ich bin beim Wasserholen ausgerutscht und mit dem Fuß ins Wasser, meine Schuhe sind tatsächlich FAST wasserfest. Ich muss die ganz dringend mal imprägnieren.
Trotz all dem ist es einfach unglaublich, nichts als das Rauschen des Waldes und des Wassers  zu hören und die Berge um sich herum zu sehen.
Gegen zwölf Uhr haben wir alles wieder eingeräumt und in die Taschen gepackt und machen uns auf den Rückweg. Allerdings stoppen wir bald wieder, da wir noch nichts gegessen haben (wie gesagt, die Marmelade war gefroren…) und machen uns ein gemütliches Frühstück in der Sonne.
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Nach dem Frühstück geht es dann im Laufschritt zurück zum Parkplatz. Unterwegs begegnen uns immer wieder Menschen und wir werden häufiger gefragt, wo wir denn herkommen, oder, ob wir wirklich da oben gecampt haben. Am Auto angekommen wird alles mal wieder sortiert und verstaut, und der Müll entsorgt.
Endlich geht es dann weiter zu unserem Tagesziel von Mittwoch: Banff. Da Banff nur noch 30 Kilometer weiter ist, fahren wir ganz gemütlich über die Landstraße, die sich zwischen den Wäldern und Bergen hindurch schlängelt. Gegen fünf Uhr kommen wir an und müssen als erstes feststellen, dass sowohl das SameSun Hostel sowie das International Hostel ausgebucht sind. Bekommen jedoch eine Empfehlung für ein Hotel in der Nähe, das „Inns of Banff“, wo wir uns dann auch ein Zimmer mieten.
Das Zimmer ist geräumig und hat zwei Queensize Betten, des Weiteren hat das Hotel einen Outdoor  Whirlpool. Der dann natürlich nach dem Essen ausgetestet werden musste.
Und jetzt liege ich in meinem Bett. Entspannt, gut gelaunt, und voller Vorfreude, was morgen noch so kommen mag!

Aufbruchstimmung

Hey Leute,

das hier wird erst Mal mein letzter Post für die nächste Zeit sein, da wir morgen früh aufbrechen und ich nicht weiß, wann ich wieder Internet haben werde.
Gerade im Moment sind wir noch am Auto packen und ganz schön verwundert, wie gut doch alles passt, wenn man mal ordentlich packt! 😀

Abgesehen davon bin ich gerade eine Mischung aus gespannt und aufgeregt, und echt neugierig was uns alles erwarten wird und was ich alles sehen werde.

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Die letzten Vorkehrungen

Wir haben heute die letzten Einkäufe abgeschlossen, Campingkocher, Spaten uns Axt sind also dabei 😀

Des Weiteren hat Leif uns ein cooles Zelt zu einem echt fairen Preis verkauft, welches dann natürlich erstmal im Wohnzimmer aufgebaut werden musste:

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Morgen wird das dann noch imprägniert und Essen eingekauft und am Donnerstag geht’s los!