Olympic National Park

22. April 2014

Wir (Lars, Max, ein weiterer Work & Travler, den wir von Vancouver an mitgenommen haben, und ich) sind gestern von Vancouver endlich los gekommen, nachdem das Auto samstags bei unserem ersten Versuch nicht gestartet ist. Das Security System hat das Auto einfach jedes Mal wieder ausgeschaltet. Also haben wir uns von New Westminster zum Canadian Tire abschleppen lassen. Die haben dann tatsächlich am Ostersonntag darauf geschaut, ein Kabel gezogen, selbiges wieder eingesteckt und es lief wieder… Aber mal wieder Glück im Unglück gehabt, da wir so ein wunderschönes Osteressen mit der Familie von Amanda gehabt haben.
Aber zurück zu der Fahrt, ich habe den ersten Teil verschlafen, weil ich super müde war, da ich mich noch sonntagabends mit einer Freundin getroffen hatte. Die Grenze zu den USA passierten wir ohne wirkliche Probleme, auch wenn es ein extrem langes Unterfangen war… Aufgeweckt wurde ich schließlich durch eine Vollbremsung von Lars, die er machen musste, weil uns jemand die Vorfahrt geklaut hat. Erstaunt war ich nur, als das Auto dann direkt rausgezogen wurde. Lars meinte später, dass ein Polizeiwagen die ganze Zeit hinter uns gewesen sei.
Gegen Fünf erreichten wir eine Park Ranger Station des Olympic National Parks, wo wir uns einen Nationalparkpass besorgten und Infos über einen Backcountry Campingplatz. Uns wurde gesagt wir müssten uns keine Sorgen wegen Tieren oder Schnee machen, was erstaunlich entspannt klang. Also sind wir zehn Kilometer in den Park reingefahren und von dort aus noch mal ungefähr fünf gewandert. Nach einer Weile des Wanderns, stießen wir dann aber doch auf Schnee, was ja mal nur typisch ist! Um die Stelle an der wir campen wollten waren ungefähr 50 Zentimeter Schnee und wir hatten wirklich Glück, dass dort eine halboffene Hütte war, die schneefrei war und in der wir unser Zelt aufbauen konnten.
IMG_0408
IMG_0413
IMG_0415

IMG_0417

Da es so langsam dunkel wurde machten wir uns noch schnell was zu essen und dann ab in die Schlafsäcke. Lars und ich hatten überhaupt kein Problem mit dem etwas frischeren Wetter, wir sind ja schließlich immer noch den Norden gewohnt. Max, der sich allerdings dachte, dass wir in den Süden fahren würden, hatte sich nur einen Liner besorgt. Ein Liner ist im Prinzip eine Art dünner Schlafsack, den man wenn es richtig kalt wird in den normalen Schlafsack mit rein nimmt. Dementsprechend hatte er eine leicht kühlere Nacht. Aber er meinte heute Morgen, dass es sich auf jeden Fall gelohnt hätte, da der Blick mal wieder nur der Hammer war.
IMG_0427
Nachdem wir alles wieder eingepackt hatten und zurück zum Auto gewandert waren, haben Lars und ich uns erstmal im Bach die Haare gewaschen und Zähne geputzt. Über einem Kakao wurde dann der restliche Tag geplant. Wie wir es inzwischen ja schon fast gewohnt sind, ging es nicht ganz nach Plan. Von dem National Park, den wir komplett umrundeten, konnten wir, wegen schlechtem Wetter, fast nichts sehen. Genauso viel sahen wir von den Stränden an denen wir vorbei kamen. Das Zelt wurde dann auch im Regen aufgebaut und alles in allem ereignete sich heute nicht wirklich viel. Das einzige was ich hier auf jeden fall festhalten muss ist ein Erlebnis der besonderen Art, welches ich in Astoria hatte: Ich war an einer Tankstelle und schiebe meine Karte wie gewohnt in das Lesegerät, als mir ein Mann die Karte weg nimmt und mich fragt, für wie viel ich denn tanken möchte. Voll, war meine Antwort. Nach ein wenig hin und her ging das dann auch und er nahm die Zapfsäule und steckte sie in das Auto und ging zu einem anderen Auto, um dort zu helfen. Verwundert war ich ja schon hier, aber der Gedanke: „Der wird schließlich dafür bezahlt“, ließ mich es einfach hinnehmen. Der Tank war voll und ich drücke noch ein paar Mal auf den Hahn, damit es auch bis Anschlag voll wird. Da kommt der Mann wieder und nimmt mir selbigen aus der Hand mit dem Spruch des Tages: „Don´t pump your own gas! We don´t do that in Oregon. We all get killed! You don´t want that and neather do I!“
(frei übersetzt 😉 : Du darfst hier nicht selbst tanken! Wir machen das hier in Oregon nicht. Du bringst uns noch alle um! Das willst weder du noch ich!“) Dazu fällt mir nur eins ein: Amis! Unglaublich, dass der das tot ernst gemeint hat und dass es anscheinend Gesetz ist, dass man nicht selbst tanken darf!

23. April 2014
Wir haben heute Morgen im Regen das Zelt abgebaut und sind auf nach Portland, wo ich jetzt gerade im Hostel sitze und genieße, dass ich frisch geduscht und trocken bin. Das Zelt hängt draußen unter einem Dach und ich bin mal gespannt, ob es wirklich trocken wird, aber das sehen wir später. Tagesplanungstechnisch sind wir uns nicht wirklich einig, da das Wetter immer noch nicht wirklich toll ist.

Kommentieren

*