Rund um Weihnachten

Seit meinem letzten Post sind so viele Dinge passiert, dass ich gerade gar nicht weiß, wo ich anfangen soll…

Also fange ich am besten vorne an. Letzten Freitag wollten wir nach Whitehorse fahren. Alles geplant und gepackt, und das Auto springt nicht an, was vermutlich an der enormen Kälte der Woche lag. Wir haben den ganzen Tag damit verbracht das Auto irgendwie warm zubekommen und auch zu starten. Die Vermutung war, dass es entweder an der Batterie oder am Starter liegt. Also haben wir die Batterie getauscht und versucht den Starter warm zu bekommen. Nach 16 Stunden bei minus 30°C haben wir dann erstmal aufgegeben und sind für ein Bier zum Nachbarn rüber. In Wilfs Werkstatt war es wie immer schön warm und wir wurden mehr oder weniger genötigt diese Bilder zu machen:
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Am Ende des Tages hatten wir dann die Idee, den Starter auszubauen und uns den selbigen mal genauer anzuschauen. Bevor ich jetzt aber über Samstag weiterschreibe, muss ich mich an dieser Stelle aber noch über die Road Side Assistance von Canadian Tire auslassen… Wir wussten ja, dass das Auto wahrscheinlich nicht mehr anspringt und haben uns daher über die RSA von Canadian Tire einen Abschleppwagen rufen lassen. Uns wurde gesagt, dass dieser sich in zwei bis drei Stunden melden würde. Als wir dann drei Stunden später wieder anriefen, wurde uns gesagt, dass er schon unterwegs sei und in ungefähr zwei Stunden da wäre. Was an sich ganz gut klang, wenn man mal von der Tatsache absieht, dass wir keine genaue Beschreibung abgegeben hatten, wo wir denn zu finden seien. Nach weiteren zweieinhalb Stunden riefen wir wieder an, nur um zu hören, dass wir umsonst gewartet haben, da keiner unterwegs war. Folglich haben wir dann einen Abschleppwagen für den nächsten Tag bestellt, uns wurde gesagt, wir würden von dem Fahrer morgens einen Anruf erhalten. Samstag morgen: Wir sind wieder früh aufgestanden, da wir den Starter ausbauen wollten, was sich aber für uns als nicht durchführbar heraus stellte, da dieser hinter der Verkleidung am vorderen linken Rad ist und auf der Verkleidung ist das Kühlmittel montiert, so dass es einfach durchfallen würde, wenn wir die Verkleidung abmachen würde. Das ist uns natürlich erst aufgefallen, als wir sämtliche Schrauben schon draußen hatten. Wodurch der Vormittag für die Katz war… Wie gesagt der Vormittag ist vorbei, aber wie erwartet, noch kein Anruf von dem Abschleppwagen, den wir dann mal wieder anriefen, nur um zuhören, dass es noch „etwas“ dauern würde. Im Endeffekt war er dann um halb acht da. Der Fahrer des Abschleppwagens, war zu allem Überfluss auch noch betrunken und hatte während der gesamten Fahrt nach Whitehorse (170 km, nur um es mal gesagt zu haben) das Fenster offen hatte, wodurch die Fahrt richtig anstrengend wurde. Als wir dann endlich in Whitehorse waren, war es bereits nach zehn und wir waren echt müde, wurden aber wenigstens von Charlie und den anderen Leuten im Hostel freudig begrüßt. (Ich weiß nicht, ob ich es bereits erwähnt hatte oder nicht, aber Charlie ist montags schon in Whitehorse geblieben, da dienstags ihr Job begonnen hatte)
Sonntags war ich immer noch so müde von den letzten beiden Tagen, dass ich nicht wirklich viel gemacht habe, weshalb es auch nicht viel zu erwähnen gibt.
Montags hingegen war mal wieder der Hammer… Als erstes sind wir zur Werkstatt gelaufen, bei welcher unser Auto stand und haben denen den Schlüssel gegeben und gesagt wo das Problem liegt. Sie meinten, dass es wahrscheinlich Nachmittag werden würde, bis sie das Auto wieder startklar ist. Nachmittags war es dann auch tatsächlich repariert, was uns sehr gefreut hat. Zumindest, bis wir erfahren haben, was der Spaß mal wieder kosten soll… Die Probleme waren tatsächlich, wie vermutet, der Starter und die Batterie. Aber immerhin läuft das Auto jetzt wieder!
Dann war auch schon Heilig Abend.
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Wir wollten selbigen im Hostel verbringen und Nancy, unsere Hostel Mum meinte, dass jeder irgendwas kochen soll und sich dann jeder bei jedem bedient und wir so ein großes Festmahl haben. Ich hatte am Vortag schon Brot gebacken, da ich mir nicht sicher war, wie voll die Küche sein wird. Bevor ich jetzt genauer werde und beschreibe, was für Leckereien wir hatten, noch ein paar Worte zum Hostel. Das Hostel Beez Kneez ist ziemlich klein und hat nur 12 Betten. Im Sommer sind da noch ein paar kleinere Hütten im Hinterhof, wodurch dann noch mehr Platz ist. Und es ist einfach das tollste Hostel der Welt und war für mich wie ein zweites Zuhause. Damit das irgendwie nachzuvollziehen ist, muss ich meinen ersten Eindruck von Nancy beschreiben: Ich hatte sie freitags angerufen, um ihr zu sagen, dass es wahrscheinlich später würde, bis wir da sind (in dem Moment dachte ich noch der Abschleppwagen würde kommen). Worauf hin sie mich gefragt hatte, wohin wir abgeschleppt würden und wie wir dann ans Hostel kämen. Als ich meinte, wir würden entweder laufen oder uns ein Taxi holen, meinte sie nur, dass sie uns abholen würde, die Nummer hätte ich ja, und dass wir bitte aufpassen sollen und versuchen sollen heil anzukommen! Zu Nancy gehörte des Weiteren noch Bertha, die Hostelhündin, die immer aufpasst, dass auch jeder sein Geschirr spült 😀
Nun aber zurück zu Weihnachten. Wie gesagt, das Essen war der Hammer, wir hatten: eine Art Fleischkuchen, Kartoffeln, Brot, einen Salat mit Meerestieren, Sparre Rips, Kaiserschmarren und Schokokuchen mit Karamell und Eis. Und dazu eine Mischung an Leuten die von überall herkommen, da waren eine Französin, eine Australierin, zwei Québécois, ein Kanadier aus British Columbia, ein Pole und natürlich wir drei aus Deutschland.
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Am ersten Weihnachtstag, waren dann alle, so vollgegessen, dass wir uns nur gerade so dazu motivieren konnten, ein bisschen spazieren zu gehen und Siedler von Catan zu spielen.
Und dann kam „Boxing Day“, kurz zur Hintergrundinfo, hier bei geht es ursprünglich darum, dass man aufgrund der vielen umgetauschten Geschenke super Schnäppchen bekommen kann, inzwischen ist es aber eher so was wie ein „ich-kaufe-super-günstig“ Tag, da jegliche Läden in den USA und Kanada Rabatte haben. Folglich habe ich mir mal zwei neue T-Shirts, eine Hose und neue Kopfhörer gekauft und mich damit sozusagen selbst beschenkt, mit dem Geld was meine „Sponsoren“ mir zukommen lassen 😀
Gestern habe ich dann endlich meine ersten Wintersporterfahrungen gemacht. Charlie und Lars sind total begeisterte Snowboard/Skifahrer und so wurde ich dann halt mit an den Mt. Sima geschleppt. Dort ging es dann erstmal darum, ob ich mit Ski oder Board anfange. Ich habe mich für letzteres Entschieden, da Charlie meinte sie könnte mir das ganz gut erklären, was sie dann auch genauso gemacht hat! An der Stelle nochmal danke für deine Geduld 😀
Als wir dann aber gerade oben auf der Piste waren, bekam zuerst Lars und dann ich eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch, bei dem Skky Hotel hier in Whitehorse. Wir hatten uns dort als Barkeeper beworben. Lars war zuerst dran, um halb fünf, und ich eine halbe Stunde später. Als Lars nach 20 Minuten rauskam und erzählte, was der Manager alles wissen wollte, bin ich richtig nervös geworden. Als ich dann aber von Mario, dem Manager, genau dieselben Fragen bekam, verflog die Nervosität schnell und ich habe den Eindruck, dass es echt gut gelaufen ist. Jetzt heißt es nur warten, bis ich (hoffentlich) eine Antwort bekomme.
Abends sind wir dann noch in das „Dirty Northern Pub“ und haben uns dort mit ein paar anderen Deutschen getroffen, die wir (malwieder) über Facebook kennengelernt haben, Anna, Bernadette, Annika und Dave. Und wie das dann so ist, hatten wir uns, zumindest mit einem Teil der Leute, für heute zum Skifahren verabredet. Nachdem ich heute also wieder ein paar Stunden auf dem Board gestanden habe tut mir jetzt einfach nur alles weh und ich bin froh hier zu sein! Wobei mir gerade auffällt, dass ich komplett vergessen habe, zu erwähnen wo ich mich gerade befinde 😀
Also wir sind für die nächsten paar Wochen bei Derrick, einem Arbeitskollegen von Charlie, der Platz hat, da seine Mitbewohnerin im Moment in Thailand ist. Derrick hat eine echt schöne Wohnung, die stilvoll eingerichtet ist und ist echt locker drauf, voll in Ordnung und liebt das Spiel Jungle-Speed.
Im Moment freue ich mich echt auf die nächste Zeit und bin gespannt, was noch so alles passieren wird!

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