Longworth Lookout

Samstag 02.11. :

Nachdem ich ausgeschlafen habe und gefrühstückt habe, packen wir unsere Sachen und planen noch die letzten Dinge für unseren Hike hoch auf den Longworth Lookout.
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Die Strecke soll angeblich ein bisschen mehr als sechs Kilometer und tausend Höhenmeter sein. Geplant haben wir zwischen zwei und drei Stunden, was im Nachhinein betrachtet schon ein wenig naiv ist. Schwer bepackt geht es dann um kurz nach zwölf los. Am Anfang ist es einfach nur ein geiler Hike, je höher wir kommen, desto schwerer wird es aber und desto mehr Schnee bedeckt den Boden.
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Auf dem Grat angekommen sind wir schon in 40-50 Zentimeter Schnee, können jedoch weder unser Ziel sehen noch die Markierungen, die uns unseren bisherigen Weg gewiesen haben. Also geht’s auf gut Glück zwischen den ganzen Bäumen in die Richtung der Hütte. Nach ungefähr dreißig Minuten können wir die Hütte sehen und nach weiteren zwanzig Minuten sind wir am Fuß der Kuppel auf der die Hütte ist und wir machen uns an den letzten Anstieg, der sich als wesentlich schwerer als erwartet darstellt, da der Schnee durch den Wind schon fest ist und der Wind unermüdlich über uns hinwegzieht.
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Als wir dann endlich nach etwa viereinhalb Stunden Wandern in der Hütte sind, sind wir alle echt fertig. Die Hütte ist, wenn man bedenkt, dass sie etwa 70 Jahre alt ist, in einem guten Zustand.
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Ein paar Fenster sind verbarrikadiert und die Tür schließt nicht mehr richtig, wodurch es in dem Hauptraum ziemlich zieht. Abgesehen von dem Hauptraum, in dem ein Tisch, ein Ofen, ein Herd und ein paar Schränke und Stühle sind, gibt es noch zwei kleinere Räume, von denen einer vollgestellt ist und der andere eine Art Bett aus einem Brett hat.
Während ich mich raus in die Kälte auf die Suche nach Holz begeben habe, machen Charlie und Lars den Ofen schon mal mit dem trockenen Holz, das wir mitgebracht haben, an. Nach ungefähr zwanzig Minuten ist mir wieder warm und ich habe genug Holz gefunden und klein gemacht. Dadurch, dass das Feuer schon brennt, kann ich mich aufwärmen und meine nassen Kleider über den Ofen hängen. Das der Herd nicht funktioniert ist nicht weiter schlimm, da wir Guacamoule und Brot als Abendessen dabei haben. Nach dem, wenn auch spärlichen, Essen ziehen wir uns wieder warm an und genießen den unglaublich schönen Sonnenuntergang.
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Sonntag 03.11. :

Es ist halb zwei Morgens. Ich liege da in Socken, Boxershorts, T-Shirt, Fleecepullover, Halstuch und Mütze in meinem Schlafsack, der in einem isolierenden Überzug ist und ich kann nicht mehr wirklich schlafen, da mir kalt ist und ich kuschle mich an näher an die anderen. Immer wieder schlafe ich ein und wache wieder auf, bis schließlich der Wecker um sechs Uhr morgens klingelt. Den Wecker haben wir gestellt, damit wir den Sonnenaufgang nicht verpassen und draußen ist es wie erwartet noch stock finster. Nach einigem Drehen und Wenden stehe ich dann doch auf und nehme mir meine Hose von dem Ofen, die ich abends da gelassen hatte, da die Beine noch gefroren waren. Dann wird der Ofen wieder angemacht und das Holz, das noch zu groß ist, als dass es in den Ofen passt, verkleinert. Den Sonnenaufgang sehen wir leiden nicht wirklich, da es zu bewölkt ist.
Beim Packen fällt mir der Grund meines Frierens der Nacht auf. Zwischen meinem Schlafsack und der Isolationsfolie ist ungefähr ein halber Zentimeter Eis… Gegen Zehn Uhr haben wir gepackt und gegessen und machen uns an den Abstieg. Als erstes fällt auf, dass sich der Wind gelegt hat, wodurch uns der Abstieg um ein vielfaches leichter fällt, als der Aufstieg. Wir gehen dieses Mal direkt in Richtung des Weges, beschließen dann aber es einfach mal querfeldein zu versuchen. Am Anfang macht das echt richtig Spaß, als wir dann aber innerhalb von zwei Minuten auf die dritten Bärenspuren treffen, werden wir langsam nervös und beschleunigen das Tempo. Zurück auf dem Weg angekommen sind wir erleichtert und genießen die letzten drei Bier, die wir noch vom Abend davor übrig haben, da sie gefroren waren.

Der Rest des Abstiegs verläuft ohne weitere Probleme und ist einfach schön.

 

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